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Verwandlung



Ich stehe auf einer der grünsten Wiesen, die ich je gesehen habe. Meine Füße fest auf dem Boden, standhaft wie ich bin. Plötzlich – ich kann es nicht erklären – sehe ich mit Schrecken, dass dies saftige Grün meine Beine an sich zieht. Sie werden schwer, ich kann sie nicht bewegen. Aus meinen Zehen sprießen kleine schlanke Wurzeln, die sich durch die feuchte, braune Erde ihren Weg in die Tiefe suchen. Ich sehe die Beine weiter versinken, bis zu meiner Taille, als es urplötzlich stoppt. Mein Blick wandert zu meinen Fingern, die anfangen zu verkümmern, sie werden dünner und verfärben sich in ein dunkles, schönes Grün. Bis jetzt hatte ich alles über mich ergehen lassen, doch aus meinem Mund ertönt ein greller, lauter Schrei. Ich versuche mich von diesem festen Griff der Natur zu befreien und muss trotzdem mit ansehen, wie sich mein Körper verändert. Ich verliere an Gewicht und ähnele nun mehr einer Bohnenstange. Mein Mund schließt sich und erlaubt keinen Ton mehr. Diese Bohnenstange, die einst mein Körper war, verfäbt sich in das selbe Grün meiner Hände, vielleicht ein wenig heller. Meine Haare werden zu sonnengelben Blütenblättern. Mein Gesicht nimmt einen Braunton an. Das letzte was ich sehen kann, bevor sich meine Augen vollkommen zurückbilden, ist ein Schmetterling, der sich auf meinem Kopf niederlässt. Ich spüre, wie er mit seinen kleinen Füßen meine Blütenblätter erkundet und dann wieder zum Flug ansetzt. Und nun bin ich mir sicher, ich bin eine Sonnenblume.

Autor unbekannt